Weimar

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde der Bereich der Rüstungsindustrie mit einem Schlag geschlossen. Dadurch war natürlich die gesamte Geldmenge in Deutschland und Österreich viel zu viel. Deutschland wurde eine Republik, die sogenannte „Weimarer Republik„.

Nur ein ziviles Wirtschaftswachstum konnte helfen, die Wirtschaftskraft an die Geldmenge anzupassen. Teilweise gelang das auch, der Streit der Volkswirte löste jedoch immer wieder Entscheidungen aus, die alles zunichte machten. Es gab kurze Phasen von Wachstum, zumeist aber Stagnation und insgesamt eine schleichende Deflation.

Bis schließlich eine riesige Insolvenzwelle das Land überschwemmte und damit auch zivile Wirtschaftsbereiche schrumpfen ließ. Als Folge wurde 1923 die überschießende Geldmenge durch eine Hyperinflation vernichtet.

Die damalige Situation ist durchaus mit heutigen Entwicklungen vergleichbar. Hätten die Volkswirte aus den Universitäten und Forschungseinrichtungen soviel Einfluss wie damals, wäre unsere Wirtschaft bereits 2008 zusammengebrochen.

Die globalisierte Finanzwirtschaft hat den Einfluss der Nationalstaaten soweit zurückgedrängt, dass Einzelstaaten derartige Fehler, wie 1923, nicht mehr machen können. Wenigstens ein Vorteil der Globalisierung.

Die Reform zum Vollgeld würde das wieder ändern. Dann hätten die einzelnen Zentralbanken wieder die Hoheit über das Geld des Nationalstaates. Nicht zu Unrecht wird dies von den Gegnern der Vollgeldreform kritisiert.

Gerade in Deutschland ist die Initiative von einer Gruppe von Volkswirten gegründet worden, die dafür eine eigene Staatsgewalt errichten wollen. Sie heißt „Monetative e.v„. Genau wie damals, glauben diese Leute, dass die Zentralbank unabhängig von Politik und Wirtschaft agieren muss. Wie verheerend dies sein kann, zeigt uns die Zeit der Weimarer Republik.

Gerade Volkswirte, die, in der Mehrzahl, an alte Theorien glauben, meist auch die Denkweisen ihrer großen Vorbilder der Vergangenheit angenommen haben, stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Dazu muss man wissen, dass in den Zeiten, als diese Vorbilder gelebt haben, der Antisemitismus, der Rassismus und die Herabwürdigung der Frauen keinerlei Tabu war. Das elitäre Gedankengut der meisten Volkswirte enthält deshalb immer noch eine ordentliche Portion an Chauvinismus. Auch die neue Gruppe hält  Volk und Politik für ungeeignet, das esoterische Wissen um die Geldmengenpolitik verstehen zu können.

Das Humane Geld braucht zwar auch eine Reform zum Vollgeld, jedoch ohne diesen chauvinistischen Ansatz. Es kann auch durchaus die neue Staatsgewalt entstehen, aber diese muss dann auf demokratischen Grundsätzen basieren.

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