Grabinschrift in Rom 269 n. Chr.

Diese Grabinschrift wurde in Rom entdeckt. Das Vulgärlatein lautet übersetzt:

 „In dem Konsulat Claudius und Paternus, in der None des Novembers, am  Tag der Venus, und am 24. Tag des Lunar-Monats, errichtete Leuces [diese  Gedenkstätte] für ihre allerliebste Tochter Severa und für Seinen  Heiligen Geist. Sie starb [im Alter] von 55 Jahren und 11 Monaten [und]  10 Tagen.“ 

Paternus war im Jahr 269 zusammen mit Kaiser Claudius Gothicus ordentlicher Konsul.

„None des Novembers“ = der 5. November

„Tag der Venus“ = Freitag

Man findet dies im Buch von:
E. Dichl, Inscriptiones Latinæ Christianæ Veteres, Bd. 2, S. 193, Nr. 3391.
Siehe auch, J. B. de Rossi, Inscriptiones Christianæ Urbis Romæ, Bd. 1, Teil 1, S. 18, Nr. 11

Was ist so interessant an dieser Grabinschrift?

Diese Grabinschrift ist deshalb einzigartig, weil das Datum sowohl im Julianischen Kalender, als auch im Luni-Solarkalender angegeben ist. Dadurch können wir prüfen, ob unser heutiger Kalender dem damaligen entspricht.

  • Julianischer Kalander: Freitag der 5. November 269 n. Chr.
  • Luni-Solar Kalender: 24. Tag des Monats

Offensichtlich waren wohl beide Kalender zur damaligen Zeit in Gebrauch, ansonsten hätte man nicht beide Daten in Stein gemeißelt.

Es stimmt exakt mit der damaligen Grabinschrift überein

Die Christen in Rom benutzten also noch im Jahr 269 den Kalender Gottes genauso wie er vor einigen Jahren wieder entdeckt wurde.

Zur Kalenderberechnung

Zwischen 6 und 66 n.Chr. wurden die Sadduzäer nicht nur zu einer wesentlichen Macht innerhalb des Sanhedrin [hohe Rat], sondern es war ihnen auch für viele Jahre möglich, den hohen Priesterdienst zu kontrollieren. Die Revolte von 66-70 n.Chr. bedeutete das Ende für die Sadduzäer. Obwohl sie gedacht hatten, die Revolte verhindern zu können, so hatten die Römer keine Verwendung für eine gescheiterte Aristokratie. Mit der Zerstörung des Tempels und der Auflösung der Nation, gerieten die Sadduzäer in Vergessenheit.

Die Christen Roms benutzten nicht den Kalender der rabbinischen Juden, sondern folgten den Samaritern und deren Berechnung des Kalenders.

“Wenn man bedenkt, dass die Samariter keinen Gefallen am Gebrauch der jüdischen Namen der Monate fanden, sondern die Ordnungszahlen stattdessen benutzten, so scheint die Annahme plausibel, dass die Samaritaner nicht den jüdischen (rabbinischen) Kalender benutzten, der seit der Zeit, als die babylonischen Namen für die Monate schließlich zusammen mit dem Herbstkalender eingeführt wurde, in Gebrauch war. Ein zusätzlicher Anhalt für diese Datumsangabe (Fest am siebten Monat), bietet die Tatsache, dass die Samariter die jüdischen Feste Purim und Hanukkah nicht feiern, die in der makkabäischen Periode eingeführt wurden.“

Übersetzt von Elsabeth Bartl

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