Geldschöpfung

<<Giralgeld

Als Geldschöpfung wird die Erzeugung von neuem Geld bezeichnet. So gut wie alles an Geld, das heutzutage geschöpft wird, ist Giralgeld. Dieses Giralgeld wird durch Kreditvergabe geschöpft.

Quelle: cdn1.spiegel.de

Der Vorgang ist an sich sehr einfach:

  • Eine Geschäftsbank erzeugt neues Geld in der Höhe der Kreditsumme als Buchungssatz auf dem Girokonto des Kreditnehmers.
  • Gleichzeitig erzeugt sie einen Kreditvertrag, durch dessen Dauer die Bank vorübergehender Eigentümer eines Pfandes wird. Der Kreditnehmer bleibt Besitzer des übertragenen Eigentums und wird Eigentümer des neuen Geldes, solange er den Vertrag erfüllt.
  • Vertragsgemäß wird die Bank Empfänger von Rückzahlungen samt Zinsen und Zinseszinsen für die Dauer des Vertrages.

Neben dem klassischen Vorgang gibt es noch weitere:

  • Es gibt auch unbesicherte Kredite. Ein Beispiel ist der Überziehungskredit am Girokonto. Die Zinsen dafür sind meist deutlich höher.
  • Des weiteren schöpfen private Geschäftsbanken Giralgeld zum Eigenverbrauch. Sie kaufen damit Wertpapiere für den Eigenhandel oder bezahlen damit Lieferanten oder Dienstleister.

Die Wirkung dieses Vorgangs ist:

  • Neben dem Wert des Pfandeigentums existiert nun der Wert des Geldes. Das ist der Schöpfungsakt.
  • Mit den Rückzahlungen wird dieser Geldwert nach und nach geringer.
  • Der Kreditnehmer muss monatlich die Rate und Zinsen erwirtschaften. Dieses Geld bekommt er von anderen Geldeigentümern. Das ist bei Arbeitnehmern der Arbeitgeber, bei Unternehmern der Kunde.
  • Zum Vertragsende ist die gesamte Kreditsumme wieder vernichtet und die Schöpfung rückgängig gemacht.
  • Zinsen und Zinseszinsen decken die Kosten der Bank und werfen außerdem einen Gewinn für die Bank ab. Dieser Gewinn fließt an die Eigentümer der Bank.
  • Außerdem verwertet die Bank zumeist den Kreditvertrag weiter, indem sie das Pfandrecht am Finanzmarkt verbrieft. Danach fließt der Pfandbrief meist in Strukturen der verschiedensten Wertpapiere. Auch damit erwirtschaftet die Bank einen Gewinn. Abhängig von der Art des Pfandes, entstehen daraus verschiedene derivative Produkte. Leider kommt es dabei oft zu Rückkopplungseffekten, die zur Neubewertung des Pfandes führen. Damit oft zu einer Unterdeckung des Kredites, den die Bank damit sofort fällig stellen darf. Zumeist folgt daraufhin eine Versteigerung des Pfandes, nachdem der Kreditnehmer das Besitzrecht verloren hat.

Die globale Wirkung ist:

  • Alle Kreditverträge zusammen ergeben in Summe die gesamte, globale Geldmenge. Es ist systembedingt, dass Schulden gleich Geld ist. Darum wird es oft auch als Schuldgeldsystem bezeichnet.
  • Dieses System funktioniert nur, wenn ständig mehr Kredit vergeben wird als zurückbezahlt wird. Ist dies nicht der Fall, entsteht ein Schrumpfen der Geldmenge. Die heutige Wissenschaft der Makroökonomie befasst sich mit fast nichts anderem als dies zu verhindern. Schon gar nicht mit einem anderen System als dem der Giralgeldschöpfung.
  • Durch immer mehr derivativer Vermögen entstehen Blasen, welche in unregelmäßigen Zeitabständen den gesamten Finanzmarkt erschüttern. Aber auch darauf kann man Wetten abschließen und riesige Gewinne oder Verluste machen.
  • Mit dem risikolosen Gewinn aus der Giralgeldschöpfung  werden ständig reale Vermögenswerte erworben, sodass nach einem gewissen Zeitraum das gesamte Vermögen, sich in den Händen einer kleinen Gruppe befindet. Es kommt jedoch immer schon vorher zu sozialen Unruhen. Bei etwa 80% der Vermögenswerte kam es bisher immer zu schweren Ausschreitungen, Revolutionen und Kriegen. Nur massive Steuern auf diese Vermögen, oder auf das Erben dieser Vermögen, kann dies abschwächen oder verhindern.

Es gibt jede Menge Falschinformation, was die Giralgeldschöpfung betrifft. Vieles davon ist notwendig, damit das System funktionieren kann, denn wüssten alle Wähler einer Demokratie darüber Bescheid, könnte dieses System nicht weiter bestehen. Politiker, die dieses System nicht ändern, würden niemals gewählt.

Hier die wichtigsten Falschinformationen:

  • Banken schöpfen kein Geld, sie verleihen nur Fremd- oder Eigenkapital, wie Einlagen von Sparkonten. Dies glauben nicht nur einfache Leute. Auch fast alle Kreditnehmer und auch die Angestellten in den Kreditinstituten glauben das fast durchgehend. Auch viele studierte Wirtschaftswissenschaftler glauben an diese Fehlinformation.
  • Durch die Mindestreserve bei den Nationalbanken ist das System abgesichert. Daran glaubt die Mehrheit in der Bankenbranche, obwohl ja Großbritannien und Kanada mit einem Mindestreservesatz von 0% beweisen, dass dies völliger Unsinn ist.
  • Durch die verlangten Sicherheiten bei der Kreditvergabe wird das System gerecht und sicher. Auch das glauben sehr viele in der gesamten Branche. Hier zeigt sich sogar ein gewisser Religionscharakter mit verschiedenen Glaubensrichtungen. In Wahrheit hat dies mit der Geldschöpfung selbst nichts zu tun, das betrifft ausschließlich das Kreditgeschäft.
  • Zins- und Zinseszins kulminieren sich progressiv, sodass eines Tages der Zinsanteil am Geld überwiegt. Diese Fehlinformation wird sehr häufig als Argument von Gegnern der Giralgeldschöpfung vorgebracht. Trotzdem ist es Unsinn. Die Kulmination wurde weiter oben schon angesprochen, es wird keinerlei Geld kulminiert, sondern Vermögenswerte. Die Reichsten 10% wissen genau, dass Geld in Wahrheit wertlos ist, sie wandeln es so schnell als möglich um. Es handelt sich um eine Umverteilung von den Fleißigen zu den Reichen. Hier ein schöner Film, der diese Fehlinformation enthält, ansonsten aber, auf lustige und vereinfachte Weise, das Giralgeldsystem gut erklärt.

Das wichtigste Element zur Täuschung ist allerdings die doppelte Buchführung. Geschickt verschleiert sie den offensichtlichen Betrug.

Nun die Folgen der Giralgeldschöpfung:

  • Befindet sich ein Anteil von mehr als 70% aller Vermögenswerte bei den reichsten 10% der Weltbevölkerung, können immer weniger Menschen Kredite aufnehmen. Damit die Geldmenge nicht schrumpft, müssen deshalb diese 10% oder die Nationalstaaten Schulden machen.
  • Machen die 10% neue Schulden, so nur, um noch reicher zu werden. Sie halten die Geldmenge dadurch zwar konstant, aber ihr Geld erreicht die reale Wirtschaft nicht mehr. Inzwischen ist bereits 80% des Geldes solches Geld. Es zirkuliert nur im Finanzsektor und bläht diesen immer weiter auf.
  • Machen die Staaten neue Schulden, so gehen sie irgendwann bankrott. Es sei denn, sie fangen endlich wieder an, die Geldschöpfer zu besteuern. Nur wenn Vermögen der Geldschöpfer wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückfließt, kann dieses System längerfristig funktionieren.
  • Das Giralgeldsystem ist ein Paradies für reiche Familien. Darum besteht es nun schon einige hundert Jahre. Je instabiler es wird, desto höher werden die Vermögenszuwächse für die reichsten 10%. Darum versuchen sie, das System am Rand der Instabilität zu halten. Langfristig zerstört es jedoch unseren Planeten, weil es das Böse im Menschen fördert.

Abschließend ein Video

>>Blickwinkel

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